Ökonomische Analyse im DMA
Dieses Programm zählt zu den führenden postgradualen Studiengängen im Bereich des Kartellrechts in Europa und zeichnet sich durch seine ausgeprägt interdisziplinäre Ausrichtung aus. Es verbindet in systematischer Weise juristische und ökonomische Analyseansätze und legt einen besonderen Fokus auf die Funktionsbedingungen moderner Märkte sowie die Anwendung des europäischen und internationalen Kartellrechts. Die Ausbildung ist stark forschungsorientiert und zugleich praxisnah konzipiert.
Vor diesem Hintergrund bot das Programm einen besonders geeigneten Rahmen, um die ökonomischen Grundlagen und Effekte des Digital Market Acts (DMA) auf hohem wissenschaftlichem Niveau zu vermitteln und mit den Studierenden kritisch zu diskutieren.
Maßgeblich bei der Anwendung des DMA ist ein konsequent wirkungsorientierter Ansatz, der die Funktionsmechanismen digitaler Märkte in den Blick nimmt. Fragen der Marktmacht werden unter Berücksichtigung von Netzwerkeffekten, Skalenvorteilen und datengetriebenen Wettbewerbsvorteilen differenziert analysiert. Hierbei kommt ein breites Spektrum ökonomischer Instrumente zur Anwendung, das die normative Struktur des DMA operationalisiert und zugleich als zentrales Bewertungsraster für dessen Durchsetzung dient.
Seit 2019 leiste ich in diesem Masterprogramm M2 Concurrence et Distribution regelmäßig unterschiedliche Beiträge und bringe auf diese Weise gezielt die deutsche Perspektive auf wettbewerbsökonomische und kartellrechtliche Fragestellungen in das Programm ein. An meine Professur für angewandte Ökonomie an der Vrijen Universiteit Brüssel, Belgien, (2010-2019) schließt sich diese Lehrtätigkeit an einer juristischen Fakultät nahtlos an. Damit zeigt sich, dass die ökonomische Analyse im Kartellrecht interdisziplinär geprägt ist und Lehrende zwischen zwei Welten pendeln können und sollten !