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Incremental-cost Test

Die Wirtschaftstheorie befasst sich bereits seit mehreren Jahren mit der Thematik der wettbewerblichen Transformation von Netzwerkindustrien. In diesem Zusammenhang spielt vor allem das Problem der Quersubventionierung und der damit verbundenen Forderung, dass sich der Preis eines Produkts nach den verursachten Kosten zu richten habe, die entscheidende Rolle.

Von diesem Problem betroffen sind vor allem Unternehmen mit einem vielschichtigen Produktangebot. Typischerweise fallen nämlich in solchen Multi-Produkt-Unternehmungen Kosten in weiten Teilen gleichzeitig für mehrere Arbeitsleistungen an und müssen verursachungsgerecht den Produkten zugeordnet werden. Diese Zuordnung ist nicht auf eine einfache Art möglich. 

Das in diesem Zusammenhang auftauchende Problem der Quersubventionierung stellt sich typischerweise dann, wenn die Profite aus einem Produktbereich als wirtschaftliches Mittel zur Finanzierung eines anderen Produkts genutzt werden und hierdurch der Wettbewerb auf dem letztgenannten Markt nachhaltig beeinflusst wird. Zur Ermittlung solcher den Wettbewerb verzerrender Quersubventionen muss festgestellt werden, ob die Einnahmen, die durch jedes einzelne der angebotenen Produkte erzielt werden, die zusätzlichen Kosten der Hinzufügung dieses Produktes zu den übrigen Produkten des Unternehmens deckt.

Eine Analyse, die auf den Durchschnittskosten aufbaut, kann dies nicht leisten. Entsprechend moderner ökonomischer Theorien ist der "Incremental Cost" Test das angemessene Instrument. Die "incremental costs", zu deutsch Zusatzkosten, werden wie folgt definiert: Die Einnahmen, die jede Dienstleistung (oder jede Gruppe von Dienstleistungen) erzielt, müssen zumindest so hoch sein, dass sie die zusätzlichen (incremental) Kosten, die durch die Hinzufügung dieser Dienstleistung (oder Gruppe von Dienstleistungen) zum Angebot der Unternehmung verursacht werden, decken.

Dieses ökonomische Modell wurde in den USA entwickelt und ist zur Beurteilung der Preispolitik von Multi-Produkt-Unternehmungen wettbewerbsökonomisch anerkannt.

EE&MC ist mit der Methodik des "Incremental Cost"-Tests bestens vertraut und hat diesen zum Nachweis fairer Preise und als Argument gegen den Vorwurf der Quersubventionierung in einem bedeutenden Missbrauchsverfahren erfolgreich angewendet.