• Deutsch
  • English
  • Nederlands

Anreizbasierte Regulierung

Die Regulierung zur Förderung von Kostenersparnissen, effizienten Investitionen und der Versorgungsqualität im Elektrizitätsmarkt soll durch das Setzen von Anreizen erreicht werden. Dies ist insbesondere auf der Versorgungsebene der Angebotskette der Fall, da diese Aktivitäten sehr kapitalintensiv sind und viele Vermögenswerte durch Investitionen zu versunkenen Kosten werden. Dies führt dazu, dass die Versorgungsnetze der Elektrizität von natürlichen Monopolen betrieben werden, die reguliert werden müssen.

In einem vollkommen effizienten Elektrizitätsmarkt können Kunden einen Netzanbieter wählen, der ein Niveau an Versorgungsqualität anbietet, welches ihre Zahlungsbereitschaft dafür widerspiegelt. Hierzu ist es notwendig, dass Provisionskosten minimiert werden, was allerdings aufgrund des fehlenden Wettbewerbs auf Versorgungsebene schwierig zu erreichen ist.

Eine Anreiz-basierte Regulierung kann ein solches Marktversagen korrigieren, indem den Betreibern Anreize gesetzt werden, um die Qualität der Versorgung zu erhöhen und die Kosten zu minimieren. Dazu gibt es eine Reihe von Methoden: (i) ein Bonus/Malus-System, (ii) Geldbußen und (iii) die Integration der Versorgungsqualität in das Benchmarking.

Der Entwurf einer Anreiz-basierten Regulierung richtet sich nach den Kundenbedürfnissen und soll nicht auf ein bestimmtes Niveau festgeschrieben werden. Daher ist es wichtig für eine Regulierungsbehörde mit Hilfe der Zahlungsbereitschaft für eine bessere Versorgungsqualität und der Akzeptanzbereitschaft für eine schlechtere Versorgungsqualität, das Niveau der Versorgungsqualität festzulegen. Die Zahlungs- und Akzeptanzbereitschaft der Kunden läßt sich mit einer Conjoint Analyse bestimmen.

Conjoint Analysen sind State-of-the-Art Werkzeuge der empirischen Marktforschung und ermöglichen eine wissenschaftlich ausgefeilte Darstellung und Analyse von Kaufentscheidungsprozessen. Conjoint Analysen basieren auf der Prämisse, dass die Wahl der Nachfrager durch Nutzenabwägungen bestimmt ist. Um die Nutzenabwägungen zu erfassen, sollen die Respondenten in einer Befragung eine Auswahl zwischen in Paaren präsentierten Produktkonzepten treffen. Durch diesen Entscheidungsprozess wird der Kundennutzen offengelegt, der als Haupt-Input für die Berechnung der Zahlungsbereitschaft und der Akzeptanzbereitschaft dient.