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Kosten-Preis-Schere

Als Kosten-Preis-Schere bezeichnet man Situationen, in denen eine vertikal integrierte marktbeherrschende Firma die Wettbewerbsfähigkeit der nachgelagerten Konkurrenten durch (i) Erhöhung des Großhandelspreises eines essentiellen Inputs und/oder (ii) Reduzierung des Einzelhandelspreises von Produkt oder Dienstleistung behindert.

Um eine Kosten-Preis-Schere festzustellen, muss für die vertikal integrierte Firma überprüft werden, ob die nachgelagerten Betriebe der vertikal integrierten Firma auf Basis des den Wettbewerbern erhobenen vorgelagerten Preises gewinnbringend agieren könnten. EE&MC wendet zu dieser Beurteilung zwei Methoden an: Den „period-by-period“-Ansatz und den „discounted cash flow“-Ansatz.

Beim „period-by-period“ Ansatz werden pro Jahr (oder eine kürzere Periode) die Erträge und Kosten den Konten der marktbeherrschenden Firma entnommen, auf welchen die Investitionsausgaben über die entsprechenden Perioden amortisiert wurden.

Der discounted-cash-flow (DCF) besteht in einer Bewertung der gesamten Rentabilität über eine geeignete Periode (im allgemeinen mehrere Jahre), um nicht nur die aktuellen Erträge sondern auch die zukünftigen Ertragsflüsse der aktuellen Investitionen zu berücksichtigen. Um das zukünftige Wachstum einer Firma in die Profitabilitätsanalyse einzubeziehen, werden die erwarteten zukünftigen cash flows über mehrere Perioden aggregiert. Die Aggregation liefert den Nettobarwert als ein einzelnes Maß. Die Festlegung einer geeigneten Periode und die Bestimmung der Kapitalkosten einer Firma sind somit zwei entscheidende Punkte der Analyse.