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As-efficient-competitor Test

Die Schwierigkeit einer Analyse nach Artikel 102 besteht darin zu unterscheiden, ob Geschäftspraktiken Teil eines gesunden Wettbewerbs sind oder ob ein missbräuchliches Verhalten einer marktbeherrschenden Stellung vorliegt.

Zur Klärung dieser Frage findet der „as-efficient-competitor“ Test Anwendung: Mithilfe des Tests wird untersucht, ob die fraglichen Geschäftspraktiken zu einem Ausschluss eines Wettbewerbers führen würden, welcher genauso effizient wie das marktbeherrschende Unternehmen wirtschaftet. Dazu wird ein hypothetischer Wettbewerber kreiert, welcher die gleiche Kostenstruktur aufweist wie das dominante Unternehmen und somit gleich effizient ist. Von einer Marktabschottung eines ebenso effizienten Wettbewerbers wird dann ausgegangen, wenn ein dominantes Unternehmen Preise unterhalb der Grenzkosten festlegt.

Der „as-efficient-competitor“ Test ist ein Kostenbenchmark-Test, weshalb die Auswahl der geeigneten Kostenbenchmark für die Analyse entscheidend ist. Die EU-Kommission wählt als Maßstab beispielsweise die durchschnittlichen vermeidbaren Kosten (AAV) und die langfristigen inkrementellen Kosten (LRAIC). Ergänzend müssen Effekte berücksichtigt werden, welche fallende Kosten begünstigen, wie z.B. das Auftreten von Größenvorteilen und Skaleneffekten, Lerneffekte oder First-Mover-Vorteile.

Die genaue Anwendung des „as-efficient-competitor“ Tests und die Auswahl der Kostenbenchmark sind abhängig von dem jeweils vorliegenden Sachverhalt.