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Schadensabwälzung

Um die Auswirkung einer Schadensabwälzung zu bestimmen, wird die Preiserhöhung eines Gutes gemessen, welches eine nachgelagerte Firma an den Endkunden verkauft. Die Möglichkeit, den durch ein Kartell verursachten Schaden abzuwälzen, hängt somit davon ab, ob der Endkundenpreis zur Kompensierung der höheren Kosten angehoben werden kann. Es gibt zwei mögliche Ansätze, die Schadensabwälzung zu schätzen; den „reduced-form“ Ansatz und den „structural model“ Ansatz.

Der „reduced-form“ Ansatz misst den Effekt der Kostenerhöhung eines Inputs auf die Preise einer zwischengelagerten Firma für die nächste Kartellperiode. Es werden alle exogenen Faktoren kontrolliert, die die Nachfrage und das Angebot beeinflussen. Mit Hilfe dieses Modellansatzes wird der Effekt einer durch das Kartell verursachten Input Preiserhöhung auf den Produktpreis identifiziert. Die erfolgreiche Implementierung liefert die Höhe des abgewälzten Schadens, welcher pro Einheit vom direkten Kartellschaden abgezogen werden kann.

Das „structural model“ bestimmt eine Nachfragefunktion und eine Preisbildungsgleichung, um den Wettbewerb im nachgelagerten Markt zu modellieren. Die Schadensabwälzung wird durch eine neue Gleichgewichtsberechnung basierend auf der geschätzten Angebots- und Nachfragefunktion bestimmt. Der Vorteil dieses Modells ist, dass die Schadensabwälzung für verschiedene Wettbewerbsmodelle berechnet werden kann; wie vollständiger Wettbewerb, symmetrisches Cournot-Oligopol und Monopol.