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Logit Nachfragemodelle

Als beliebte Modelle der Ökonometrie werden verschachtelte (nested) Logit Nachfragemodelle oft bei Simulationen von Fusionen angewandt, um die Nachfrage für das betroffene Produkt zu schätzen.

Verschachtelte Logit Nachfragemodelle gehören zur Familie der Discrete-Choice-Modelle, in denen die Kaufentscheidung eines Konsumenten vom Produktpreis und den Produkteigenschaften (z.B. Größe, Inhalt, Qualität etc.) abhängt. Wie der Name schon verrät, verwenden diese Modelle eine verschachtelte Struktur (nested structure). Damit wird erfasst, dass zwischen den Produkten mancher Produktgruppen (nests) eine höhere Austauschbarkeit (Substituierbarkeit) besteht als zwischen den Produkten anderer Produktkategorien. So ist es zum Beispiel wahrscheinlicher, dass ein Konsument, dessen Wunschauto (z.B. Ferrari) im Preis ansteigt, ein alternatives Produkt aus derselben Produktkategorie (also Sportwagen) erwirbt als aus einer anderen Produktgruppe (z.B. Kleinwagen).

Das verschachtelte Logit Nachfragemodell bietet mehr Flexibilität als einfache Logit Nachfragemodelle, da die Standardannahme der IIA-Eigenschaft (Unabhängigkeit von irrelevanten Alternativen) nur innerhalb eines Nests gelten muss. Vorteilhaft ist zudem, dass für Schätzungen mit diesem Modell lediglich eine begrenzte Anzahl an Parametern nötig ist. Im Gegenzug wird diesen Parametern eine starke Struktur auferlegt. Besonders die Annahme, dass sich innerhalb eines Nests die Umstellung von einem Produkt auf das andere proportional zu den jeweiligen Marktanteilen verhält, erfordert eine angemessene Spezifizierung jedes Nests.