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Werbekostenzuschuss Handel

Das Verfahren zum "Untereinstandspreis" geht bis in das Jahr 2007 zurück. Das Bundeskartellamt (BKartA) beantragte damals Bußgelder gegen das Unternehmen Rossmann wegen unzulässiger Preisgestaltung im Sinne von § 20 Abs. 4 GWB. Das BKartA führte eine Berechnung der Einstandspreise des Handels unter der Annahme durch, dass die Werbekostenzuschüsse ("WKZ") der Industrie auf alle Produkte eines Hersteller zu verteilen sind. Der WKZ ist ein Geldbetrag, den ein Hersteller dem Händler für die preisliche Werbung gewährt. Das BKartA warf Rossmann vor, in bestimmten Fällen Waren unter dem Einstandspreis angeboten zu haben. Im Gegensatz zu dieser Annahme entscheidet Rossmann jedoch selbst, welche Produkte das Unternehmen preislich bewerben will. Lediglich für diese Produkte verwendet der Händler dann den WKZ der Industrie. Der auf diese Weise berechnete Endkundenpreis liegt nicht unter dem Einkaufspreis des Handels.

Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf bestätigte 2009 diesen Berechnungsansatz von Rossmann. 2010 sprach der Bundesgerichtshof (BGH) das Unternehmen Rossmann endgültig vom Vorwurf unbilliger Behinderung frei.

EE&MC war in diesem Verfahren für das Unternehmen Rossmann als ökonomischer Experte tätig. EE&MC führte empirische Untersuchungen zur Marktabgrenzung durch, analysierte die vertikale Preisbindung im deutschen Handel und bewertete das Spannungsverhältnis des Handels zur Industrie. Während der Zeugeneinvernahme ernannte das OLG Düsseldorf Professor Hildebrand auf Grund des "Schwergewichts" des Vortrages und der vorhandenen Expertise zur gerichtlichen Sachverständigen in diesem Verfahren.