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UPM-Kymmene / Haindl

Im Juli 2001 leitete die EU Kommission das ausführliche Hauptprüfverfahren wegen der geplanten Übernahme der Haindl’schen Papierfabriken KGaA (Haindl) durch das finnische Unternehmen UPM-Kymmene ein.

Die Kommission hatte Bedenken, dass die beteiligten Unternehmen stillschweigend ihre Investitionen in neue Kapazitäten zurückhalten und/oder ihre Produktion durch die vorübergehende Stilllegung von Papiermaschinen einschränken würden, um hohe Preise zu erreichen bzw. aufrecht zu erhalten. Als Einstieg in die Diskussion führte die Kommission eine Analyse der Wettbewerbsfaktoren („Checkliste“) durch. Im weiteren Verlauf der Prüfung zur kollektiven Marktbeherrschung standen jedoch moderne spieltheoretische Ansätze (Repeated Games / Prisoner Dilemma/ Modell des Collusion-Cheating-Detection-Credible Punishment) im Mittelpunkt der Analyse. Dabei ging die Kommission von der Annahme aus, dass, wenn in einer Marktsituation die Marktstruktur als einzig sinnvolle strategische Option „Tacit Collusion“ zulässt, kollektive Marktbeherrschung vorliegen müsse.

Die Untersuchungen zur Stabilität der Marktanteile, die Transparenz bei den Vorhaben zur Kapazitätserweiterung, die Symmetrie bei den Kostenstrukturen, die Transparenz bei Investitionen vor ihrer endgültigen Festlegung und die mögliche langfristige stillschweigende Koordinierung zwischen den führenden Anbietern waren umfangreich. Die Kommission gelangte nichtsdestotrotz zu der Auffassung, dass in diesem Fall das Vorliegen einer kollektiven Marktbeherrschung nicht nachgewiesen werden kann.